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Tibet und seine Hunde

 

 In seiner Heimat gilt der Tibet-Terrier als Glücksbringer, doch die Bezeichnung `Terrier`ist unzutreffend, denn er war und ist ein Hütehund mit Intelligenz und einer Menge Eigensinn. Er ist deshalb trotz seines ansprechenden Wesens kein Anfängerhund.

Schon vor über 2500 Jahren gab es im tibetischen Hochland langhaarige, dem heutigen Tibet-Terrier sehr ähnliche Hunde, die von nomadisierenden Tibetern zum Schutz von Herden, Zelten und Familien gehalten wurden. Im 7.Jahrhundert kam es mit der Eroberung Westchinas, Nepals und Turkestans durch König Srongtsen Gampo zur Bildung eines Staates. Gleichzeitig verbreitete sich der Buddhismus und wurde mit der Bon-Religion zum tibetischen Buddhismus, dessen Oberhaupt 1578 der Dalai Lama wurde. Der Glaube der Tibeter an die Reinkarnation brachte den tibetischen Hunden eine Stellung als `Seelenträger`ein; Verkauf oder gar Tötung waren streng verboten. In Ausnahmefällen durften sie als Glücksbringer verschenkt werden, zum Beispiel an Mönche. Diese wiederum schenkten die grösserern Exemplare den Hirten als Dank für Versorgung mit Nahrung und Fellen.

Anfang der 1920er Jahre bekam die britische Ärztin Agnes Greig in Indien einen Tibet-Terrier geschenkt; mit weiteren Hunden begann sie dann, zurück in ihrer Heimat, mit der Zucht. Man trennte jetzt gezielt den kleineren Lhasa Apso und den grösseren Tibet-Terrier und 1931 wurde der Tibet-Terrier vom Kennel Club Englands anerkannt und Rassestandards wurden festgelegt. Einige Jahre später gelangten die ersten Exemplare nach Deutschland und dem übrigen europäischen Kontinent.

Mit seinem gewinnenden Aussehen und Charakter ist der Tibet-Terrier bei konsequenter Erziehung ein idealer Partner, der aber viel Pflege und ausgiebige Bewegung benötigt. So ist er ein optimaler Begleiter für Wanderer und Jogger und bei Ausflügen im Gebirge ist er in seinem Element. Das lange, dichte Fell, welches erst mit 18-24 Monaten voll entwickelt ist, verlangt von dem Hundebesitzer einiges an Zeitaufwand.

Aus Gangdschong, dem `Land des Schnees`ist ein liebenswerter Hund zu uns gekommen- mit einem `freundlichen gutartigen Wesen, das wie das Lächeln eines Sonnenstrahls anmutet`(Täuber)

 

 

 

Der FCI- Standard des Tibet-Terriers

 

 Der Tibet-Terrier ist ein mittelgrosser, quadratisch gebauter Hund mit geradem Rücken. Die Schulterhöhe beträgt bei Rüden etwa 35,6 cm - 40,6 cm, die Hündinnen sind nur wenig kleiner. Der Kopf ist von mittlerer Länge, der Stop gut ausgebildet, aber nicht übertrieben ausgeprägt. Das Kopfhaar fällt lang über die Augen und der Bart ist mittellang. Das Haarkleid besteht aus feiner Unterwolle und langem Deckhaar, welches glatt oder leicht gewellt sein kann. Als Farben sind weiss, gold, creme, schwarz, grau und rauch erwünscht, auch zweifarbig gescheckt oder dreifarbig. Die Rute ist hoch angesetzt und wird fröhlich eingerollt über dem Rücken getragen, sie ist stark behaart und wird so in das Fell integriert.

Der etwas andere Standard des Tibet-Terriers

Wesen: Der Tibet-Terrier ist ein sehr lebhafter und aktiver Hund, besonders in ungünstigen Augenblicken. Er ist sehr intelligent- die Spielvarianten, die er sich ausdenkt, sind schier unerschöpflich. Da der Tibet-Terrier vorgibt, ein Hütehund zu sein, arbeitet er gerne im Freien. Besonders liebt er es, sich von Schafen treiben zu lassen oder seinerseits hinter Mofas, Radfahrern, Joggern oder Pferden herzulaufen. Dank seines Arbeitseifers ist der Tibet-Terrier leicht zu erziehen- es sei denn, er hat gerade keine Lust oder sieht den Sinn nicht ein.

 

Schädel: Weder breit, noch grob. Mit viel Platz für das Gehirn. Beim Beklopfen aber manchmal verdächtig hohl klingend. Jedoch hat der Tibet-Terrier ausreichend Fantasie, um sich jeden Tag mehrere neue Streiche auszudenken. Der Fang sollte genauso lang sein wie der Kopf, damit der Tibet-Terrier diesen überall problemlos hineinstecken kann. Die Nase soll schwarz sein, entspricht in der Farbe aber eher der Substanz, in der sie vorher gesteckt hat.

 

Ohren: Die Ohren sind lang und beweglich und nehmen radargleich ersten Kontakt zu Mopeds, bellenden Kameraden oder Leckerchen in der gerade erst geöffneten Schublade auf.

 

Körper: Vorderhand und Hals müssen lang und gestreckt sein, damit das Mitschleppen von Stöcken über lange Strecken nicht zu Ermüdungserscheinungen führt. Die Hinterhand ist gut gewinkelt, um jederzeit einen schnellen Sprint zu ermöglichen. Dabei greifen die Pfoten weit aus, aber nicht weit genug, um Rehe oder Kaninchen zu erwischen.

 

Pfoten: Die Pfoten müssen gross genug sein, um ein optimales Verschmutzen jeder Art von Bodenbelag zu ermöglichen. Die kommt am besten zumAusdruck bei Böden, die gerade gewischt oder gesaugt wurden. Zwischen den Ballen sollen die Pfoten gut behaart sein- nur so können sich dort im Winter Eis,- und Schneeklumpen festsetzen. Das Entfernen derselben erzeugt beim Hund ein Gefühl der Dankbarkeit, wodurch er den Nutzen eines Frauchens oder Herrchens doch noch einsieht.

 

Augen: Die Augen liegen kaum sichtbar hinter der dichten Kopfbehaarung. Es ist jedoch ein Irrtum, anzunehmen, dass der Tibet- Terrier schlecht sieht. Im Gegenteil entgeht ihm wenig- viel zu wenig. Mit diesen Augen fixierte er früher Yaks. Da diese im heutigen Lebensraum nicht anzutreffen sind, konzentriert sich der Tibet- Terrier jetzt auf allerlei Essbares.

 

Zähne: Die Zäne des Tibet-Terriers sind stark und kräftig, so dass sie auch Schuhe, Möbel und anderes mühelos zerlegen können.

 

Rute: Die mittelange, gekringelte Rute wird vom Tibet-Terrier viel und gerne benutzt. Am Ende darf auch ein kleiner Haken sind, mit demGegenstände von flachen Tischen leicht heruntergezogen werden können.

 

Gangwerk: Der Schritt des Tibet-Terriers ist raumgreifend und fliessend. Nur so kann er mit wenig Anstrengung rennen und toben, bis Herrchen völlig aus der Puste und mit den Nerven am Ende ist.

 

Fell: Das Fell soll ausreichend lang sein, damit sich die Möglichkeit bietet, auch bei trockenem Wetter Blätter und Zweige damit nach Hause zu transportieren. Ausserdem bietet der Tibet-Terrier auf diese Weise obdachlosen Flöhen und Zecken Unterschlupf an.

 

Farbe: Der Tibet-Terrier kommt in vielen Farben vor und kann obendrein, je nach Beschäftigung, andere Farben annehmen. So kann sich ein schwarzer oder ein reinweisser Tibet-Terrier braun, grau oder grün verkleiden, je nachdem, welche Art von Sand oder Matsch er gewählt hat.

 

Fehler: Ein Tibet-Terrier, der die genannten Eigenschaften nicht aufweist!

 

Fazit: Dieser Standard ist für jeden Tibet-Terrier leicht einzuhalten.

 

                                                                                               unbekannter Verfasser

 


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